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TURBULENZEN BEI PEZI

In einem groooossen Gebäude wurde ich vor sehr langer Zeit zum Leben erweckt. Ziemlich rasch adoptierte mich ein Mensch, namens Joachim.
Er war zum Zeitpunkt meiner Adoption, am 4.November 1968, ebenso wie ich noch ganz klein und winzig. Erst dachte Joachim, mit seinem andauernden quengeln und weinen könnte er mir einen Schrecken einjagen. Natürlich war das nicht so leicht möglich, da ich doch ein Bärenkind bin. Also einigten wir uns nach kurzem darauf, er solle nicht so oft weinen und mich lieb haben. Auch in seine kleinen Arme nehmen sodass ich bei ihm schlafen kann. Das war immer lustig, ich konnte nämlich dann immer sein Herz pochen hören.

Mein Menschenkind Joachim wuchs heran und wurde immer größer. Ich hingegen blieb ein kleines Bärenkind. Also wenn ich ehrlich sein soll, störte mich das Anfangs schon da ich auch gerne gewachsen wäre. Außerdem begann er damit, mich nachts immer aus dem Bett zu werfen. Im Laufe der Jahre fand ich mich jedoch damit ab, und nun muss ich sagen, ist es gar nicht mal so schlecht klein zu sein. Es gibt doch sowieso sehr viele der großen bösen Monsterbären. Wenn ich die in den Katalogen oder im TV sehe, muss ich immer laut lachen. Die sind doch wirklich sehr dumm, aber checken es irgendwie gar nicht. Besonders diese ausgewachsenen fetten Bären. Es gibt jedoch auch noch eine andere Gruppe der großen fetten Bären, die wirklich richtig lieb und kuschelig sind. Bei den Menschen gibt es auch manche die groß und fett sind, aber trotzdem lieb. Das erklärte mir mein Menschenkind bereits öfter.
Was ich jedoch nicht verstehe ist, warum mein Menschenkind immer wieder Freunde für mich anschafft. Ich bin doch ein Teddybär und brauche nicht eine Unzahl an Freunden welche oftmals gar keine Freunde sind. Seit längerem wohnt Schnarchi bei uns. Schnarchi wird er deshalb genannt, da er immer ganz doll zu schnarchen beginnt sobald er aus dem Bett fliegt. Oh Gott, das ist vielleicht ein Dummkopf. Eigentlich ist er ein Eisbär, ich sage aber trotzdem er ist ein Dummkopf. Warum ich ihn Dummkopf nenne wollen nun sicher die Menschen wissen. Nun ja, das ganze war so. Als Eisbär mag er es doch kalt, ich weiß zwar auch nicht warum, ist aber so. Ich, als Teddybär, habe es viel lieber warm und noch lieber wenn man mit mir kuschelt. Also wie reagierte dieser Dummkopf als es kalt wurde? Er war glücklich darüber und wollte am Balkon übernachten! Nun gut, dachten mein Freund Puma und ich, wir beide legen den Eisbären die ganze lange Nacht auf den Balkon. Joachim durfte natürlich nichts davon erfahren.
Dieser Eisbär war sogar glücklich darüber die ganze Nacht am kalten Balkon zu schlafen. Nur als wir ihn in die Mikrowelle stecken wollten, damit ihm wieder warm wird, war der Eisbär sehr böse. Aus Rache steckte er Puma und mich in das Tiefkühlfach des Eisschranks vom Menschenkind. Oh Gott war das kalt, Puma und ich dachten ernsthaft daran, unsere letzte Bären- bzw. Pumastunde hat geschlagen. Unser Menschenkind erkannte zum Glück die drohende Gefahr zeitgerecht. Wir wurden aus dem bitterkalten Kasten befreit und uns wurde vom Menschenkind wieder neues Leben eingehaucht. Schnarchi dieser Depp fand das natürlich lustig, als wir bereits beinahe erfroren waren. Wahrscheinlich malte er sich in seinen Gedanken bereits aus, wie es wohl wäre wenn wir gefroren sind.
Puma und ich wurden vom Menschenkind ins Krankenhaus gebracht, wo wir von lieben Bärenärzten fürsorglich behandelt wurden. Erst wollten sie Puma gar nicht behandeln, da er doch kein Bär sondern ein Puma ist. Obwohl ich zwar nur ein kleiner Teddybär bin, konnte ich alle Bärenärzte davon überzeugen dass Puma doch auch ein Lebewesen ist welches wieder gesund werden möchte. Die anderen Bären im Krankenzimmer hatten zwar anfangs etwas Angst vor Puma, doch nach ausgiebigem Beschnuppern verstanden sie sich richtig gut.

© by Joachim Hofko

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