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PEZI UND DIE ANGSTMONSTER

Da auch Teddybären gerne ihre Seele baumeln lassen, wollten sich Pezi und sein Menschenkind auf
den Weg in die Ferien machen.
Zuvor mussten die beiden in einem Reisebüro ein passendes Angebot ausfindig machen. Bereits beim Stöbern in
den Reisekatalogen waren beide sehr aufgeregt. Je mehr Kataloge sie durchblätterten, umso aufgeregter wurden sie.
Welche Reise soll es sein, wollte die geduldige Reisebürofachfrau nach einiger Zeit wissen. Das Menschenkind
wählte ein preiswertes Angebot mit ansprechend beschriebener Umgebung aus einem der vielen Kataloge.
Obwohl es noch lange dauerte bis der Urlaub begann, war Pezi bereits sehr aufgeregt. Viele Fragen schossen dem
kleinen Pezi durch den Kopf. Wird er Freundschaft mit einem anderen Teddybären schließen? Wird das Wetter
schön sein? Wird der Flug ruhig verlaufen?
Bei dieser soeben genannten Frage wurde Pezi jedoch ganz unwohl zumute. Er ist nämlich noch nie in einem
Flugzeug geflogen. Sollte Pezi nun dem Menschenkind die Angst eingestehen? Soll Pezi daraufhin als
Angsthase gelten, über den alle Menschenkinder nur noch lachen?
Nein, da muss Pezi nun durch! Die folgenden Abende und Nächte waren für Pezi der blanke Horror, da er immer
wieder gegen Angstmonster anzukämpfen hatte. Das Menschenkind war während dieser Zeit entweder nicht zu
Hause oder schlief bereits. Eigentlich ja auch gut wenn das Menschenkind von den Angstmonstern keine Kenntnis
erlangte. Andererseits jedoch, musste das Ganze nun auch realistisch betrachtet werden. Was wird wohl sein, wenn
Pezi gegem die Angstmonster verliert?

Der Tag des Urlaubs rückte immer näher und Pezi freute sich schon wieder mehr darauf. Nur noch
einige Nächte die Angstmonster besiegen, dann ist es soweit.
Das Menschenkind hat bereits alles für den Urlaub besorgt, Sonnenmilch, Liegematte, Reiseführer,
Insektenschutzmittel, Badesachen. Pezi nimmt sich extra eine große Rolle Marzipan, sowie leckeres Obst aus dem
Garten zur Anreise mit. Nur noch wenige Stunden bis zum Abflug, nochmals wird alles kontrolliert, damit nichts
fehlt im Urlaub.

Nun ist er endlich da, der Tag des Abflugs in den warmen Süden. Am Flughafen musste unser kleiner
Pezi abermals gegen die Angstmonster kämpfen. Seltsamerweise waren sie diesmal gar nicht so gefährlich. Pezi
beobachtete aus dem Flugzeug während des Flugs ebenso wieder einige Angstmonster, diese verhielten sich
jedoch sehr brav und rücksichtsvoll.
Einige Zeit später sind die beiden wohlbehalten an ihrem Urlaubsort angekommen. Vor ihnen ein kilometerlanger
feiner Sandstrand, vom wolkenlosen Himmel lacht die Sonne. Nun müssen Pezi und sein Menschenkind jedoch
vorerst in ihr Hotel, am besten mit einem Taxi.
Pezi fühlt sich gar nicht so wohl in diesem fremden Land. Das Menschenkind möchte wissen was los sei. Pezi kann
jedoch nicht genau beschreiben was ihm fehlt. Dass die Angstmonster dafür verantwortlich sind, traut er sich
seinem Menschenkind noch immer nicht zu verraten. Im Taxi fühlt sich Pezi seit langem wieder sicher vor den Angstmonstern.
Vielleicht gibt es sie im Hotel gar nicht, Pezi lacht zum ersten mal seit langem wieder. In der riesigen Hotelhalle
fühlte sich Pezi sicher. Dort war alles schön und noch ganz neu. Im Zimmer duftete es sehr frisch.

Das Menschenkind wollte die Umgebung erkunden, und hat Pezi alleine im Hotelzimmer
zurückgelassen. Pezi fühlte sich trotzdem sicher und geborgen, obwohl er ganz alleine war. Noch am selben Tag
schloss Pezi Freundschaft mit einem anderen Teddybären eines Menschenkindes.
Nun beschützen die beiden einander, und werden dies in Gedanken auch immer tun sobald die Angstmonster auftauchen.

© by Joachim Hofko

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